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Biedermeier Mode und Stoffe

Elegant, nüchtern, naturnah und praktisch. So könnte man den Stil beschreiben, der vor 200 Jahren das Bürgertum verzauberte, aber es auch heute noch schafft mit dem aktuellen Geschmack zu harmonieren. Es war eine Zeit von romantischen breiten Röcken, schmalen Taillen, anmutigen Silhouetten und hübschen Blumenmustern. Aber es gab auch industriell produzierte Stoffe, die in Farben und Mustern erhältlich waren, die Sie überraschen werden.

Illustration aus der Wiener Mode Zeitung, Oktober 1862. Die Herrenmode ist nüchtern und sachlich geworden, die Röcke haben ihren Höhepunkt erreicht.

Was ist Biedermeier?

Biedermeier bezeichnet die Kunst- und Lebensweise einer relativ kurzen historischen Periode im österreichischen Kaiserreich, in Preußen, aber auch in einigen böhmischen Ländern, die von etwa 1815 (Ende der Napoleonischen Kriege und des Wiener Kongresses) bis zum berühmten Revolutionsjahr 1848 dauerte. Einige Einflüsse dieses Stils verbreiteten sich weiter nach Europa.

Man darf nicht vergessen, dass die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts eine Zeit des unruhigen Friedens auf dem europäischen Kontinent war, geprägt von schwelenden politischen Unruhen und aufkeimenden revolutionären Impulsen.

Österreich hatte nicht die Absicht, den Konflikt zum Überkochen zu bringen. Es verhängte ein strenges Regime, in dem Agenten der Geheimpolizei die Bewohner seines ausgedehnten Reiches genau beobachteten. Infolgedessen wandte sich das gesellschaftliche Leben nach innen, und das wachsende städtische Bürgertum konzentrierte seine Energien auf Heim und Herd.

Natürlich war diese Zeit nicht nur von der Politik geprägt. Industrie, Wissenschaft, Kunst und Handwerk entwickelten sich auf neue und spannende Weise. Die bildenden Künste gewannen in dieser Zeit eine besondere Bedeutung – bürgerliche Familien konnten es sich nicht leisten, Meisterwerke an ihre Wände zu hängen, wie es der Adel tat, aber sie wollten dennoch ihren Wohlstand und guten Geschmack demonstrieren. Ein bürgerlicher Haushalt war gut ausgestattet mit modisch geschnitzten und gepolsterten (aber dennoch brauchbaren) Möbeln, Gemälden (Porträts, Familienleben auf dem Lande), schönen Teppichen und Tapeten, opulenten Vorhängen und unzähligem Schnickschnack wie bestickten Kissen und Tischdecken. Einige Häuser waren mit den neuesten Annehmlichkeiten ausgestattet – Gasbeleuchtung und Sanitäranlagen.

Was charakterisiert den Biedermeier-Stil?

Typische Merkmale der Biedermeierzeit:

  • Die Mittelschicht steht im Vordergrund
  • Fokus auf Familieleben, Ordnung, Komfort, Funktionalität
  • Hochwertige Handwerkskunst
  • Mäßigung und Anstand ersetzen Extravaganz
  • Wertschätzung der Natur
  • Wachsende Bedeutung der Industrie, das Dampfzeitalter

Biedermeiermode – Was man damals trug

Obwohl die Biedermeierzeit nur drei Jahrzehnte dauerte, wandelte sich die Schnittführung wie beim Regency mehrfach, ebenso wie Accessoires und Stoffe. Einige Hauptmerkmale der Epoche waren konstant:

  • Kontrast zwischen einer engen Taille und einer ausladenden Schulter, die durch weite Ärmel verstärkt wird
  • Lange, glockenförmige Röcke
  • Zierliche florale Muster, sowohl gedruckt als auch gewebt
  • Kleider mit Volants, Rüschen, Stickereien, Applikationen
  • Komplizierte, geflochtene Frisuren, die tagsüber unter einer Haube oder Mütze versteckt sind und abends mit Kämmen, Bändern und Federn verziert werden
  • Die Damen hielten sich mit langen Schals, Stolen, kurzen Umhängen, Pelerinen genannt, und längeren Pelissen warm
Ein Haushalt aus der Biedermeierzeit, festgehalten in einem Gemälde von Eduard Gärtner aus dem Jahr 1843.
Ein Haushalt aus der Biedermeierzeit, festgehalten in einem Gemälde von Eduard Gärtner aus dem Jahr 1843. Foto: Wikimedia Commons

Authentische Biedermeier Stoffe

Illustrationen aus der Modebeilage der Wiener Zeitschrift. Von links nach rechts: 1816, 1820, 1821.

Mit dem Aufkommen des Biedermeier blieb die Taille zunächst wie im Empirestil hoch, doch die Röcke wurden immer weiter.

Um 1820 begann die Gürtellinie weiter nach unten zu wandern, bis sie schließlich die Taille erreichte. Die Röcke wurden von Jahr zu Jahr voller und schließlich waren Reifen wieder eine Notwendigkeit. Auch Korsetts erlebten ein Comeback – unverzichtbar, um eine modisch schmale Taille zu erreichen. Ein bemerkenswertes Stilelement waren die Ärmel, die sich ständig änderten – kleine Puffärmel, riesige Gigot- und Pagodenärmel, und dann wieder schmale Ärmel mit einem kleinen Puff oder einer Rüsche.

In den Jahren 1830-1848 erlebte das Biedermeier seinen Höhepunkt. Eine geschlossene Taille mit einem vollen, gerafften Rock und riesigen Puffärmeln bildete eine klassische X-Form. Eine Silhouette, die schon in der spanischen Renaissance und im französischen Rokoko in Mode war und in der Zukunft immer wieder auftauchen sollte – heute erlebt die Sanduhrfigur sogar eine erneute Renaissance.

In den 1850er und 1860er Jahren machte die Biedermeiermode in Mitteleuropa dem "zweiten Rokoko" Platz, und die Röcke wurden so voluminös, dass die Trägerin riesige Reifröcke benötigte, die an die Zeit von Marie Antoinette erinnerten. Die Mode bewegte sich weg von den floralen Biedermeier-Stoffen hin zu dem anspruchsvolleren Look des späten 19. Jahrhunderts.

Kleid aus Kaschmir. Ausschnitt und Gigot-Ärmel mit schwarzer Spitze verziert. Modebeilage der Wiener Zeitschrift, März 1827.
Kleid aus Kaschmir. Ausschnitt und Gigot-Ärmel mit schwarzer Spitze verziert. Modebeilage der Wiener Zeitschrift, März 1827.
Kleid aus Musselin und Batist mit aufgebauschten, gepufften Ärmeln. Modebeilage der Wiener Zeitschrift, Juli 1830.
Kleid aus Musselin und Batist mit aufgebauschten, gepufften Ärmeln. Modebeilage der Wiener Zeitschrift, Juli 1830.
Kleid aus Perkal (ein dicht gewebter Baumwollstoff) mit Zierstreifen aus besticktem Batist. Poke-Haube aus Gros de Naples-Seide mit Taftband. Modebeilage der Wiener Zeitschrift, März 1837.
Kleid aus Perkal (ein dicht gewebter Baumwollstoff) mit Zierstreifen aus besticktem Batist. Poke-Haube aus Gros de Naples-Seide mit Taftband. Modebeilage der Wiener Zeitschrift, März 1837.
Winterkleid aus bedrucktem Wollmusselin mit einer rosa Satinpelerine mit weißem Besatz. Modebeilage der Wiener Zeitschrift, Dezember 1835.
Winterkleid aus bedrucktem Wollmusselin mit einer rosa Satinpelerine mit weißem Besatz. Modebeilage der Wiener Zeitschrift, Dezember 1835.

Ein Hinweis zu unseren Illustrationen: Die obigen Abbildungen stammen aus historischen Ausgaben der Wiener Zeitschrift für Kunst, Literatur, Theater und Mode, die über die Österreichische Nationalbibliothek online zugänglich sind. Damen im ganzen Habsburgerreich suchten darin einst eifrig nach der neuesten Mode und ließen sich Kleider nach den Abbildungen nähen.


Biedermeier Stoffe – womit genäht wurde

In der Biedermeiermode wurden alle Naturfasern verwendet – Seide, Wolle, Baumwolle und Leinen, sowohl einzeln als auch in verschiedenen Mischungen. Abendkleider wurden in der Regel aus dem Besten gefertigt, was sich eine Dame leisten konnte – Seide, Spitze, Federn und Pelze – während Baumwolle für Tageskleider beliebt war.

Baumwollstoffe aus Indien nach Europa, sowohl einfarbige als auch bedruckte. Die exotischen Drucke waren ein großer Erfolg, und die europäischen Hersteller versuchten, sie zu kopieren, aber sobald die technischen Probleme überwunden waren, gab es andere Hindernisse – der Verkauf oder sogar das Tragen von bedruckten Baumwollstoffen war verboten. Einige einheimische Stoffhersteller befürchteten, dass ihre Waren nicht mehr nachgefragt werden würden, und setzten sich für eine solche Politik ein, um die Einfuhren zu beschränken.

Es scheint jedoch, dass der industrielle Fortschritt und die Nachfrage der Kunden nicht aufzuhalten waren. Der technologische Fortschritt im 18. Jahrhundert führte dazu, dass die Stoffherstellung bald fast vollständig mechanisiert war. Die einzigen Dinge, die noch ausschließlich von Hand gefertigt wurden, waren Spitzen, Borten und Accessoires.

In den 1840er Jahren gab es in Dutzende von Baumwolldruckereien, die Kattun auf einfachen Leinwandgeweben sowie bedruckten Crêpe, Batist, Musselin und Satin herstellten. In der Biedermeierzeit wurden nur natürliche Farbstoffe verwendet, aber in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts kamen synthetische Farben, von denen einige ziemlich giftig waren, ins Spiel. Die Stoffe wurden mit Walzen oder Druckstöcken bedrucktBlockdrucke werden heute noch für den traditionellen Textildruck in Indien und für den als Modrotisk bekannten Weiß-auf-Blau-Volksdruck in Böhmen verwendet.

Florale Motive waren in der Biedermeierzeit besonders beliebt und knüpften an den früheren Empire-Stil an. Zarte Blumen auf hellem oder dunklem Grund waren ebenso üblich wie bunte Stoffe mit großen, leuchtenden Blüten und abstrakteren, von der Natur inspirierten Mustern. Die Farbpalette umfasste Weiß und Creme, blasse Blau- und Grüntöne, Goldgelb, eine Reihe von Brauntönen und leuchtendes Türkischrot.

Stoffe im Stil des Biedermeier heute

Obwohl sich die Mode von heute natürlich stark von der des Biedermeier unterscheidet, sind die Stoffe von damals heute genauso beliebt wie damals. Baumwollbatist, Popeline und ähnliche Stoffe mit von der Natur inspirierten Drucken eignen sich gut für Kleider und Oberteile für das warme Theaterwetter und sind eine hübsche Ergänzung für jede Einrichtung.

Schal aus einem Woll-Kaschmir-Gemisch, hergestellt um 1850 in Kaschmir, Indien, und in die Vereinigten Staaten importiert.
Schal aus einem Woll-Kaschmir-Gemisch, hergestellt um 1850 in Kaschmir, Indien, und in die Vereinigten Staaten importiert. Foto: Los Angeles County Museum of Art
Geblümtes Baumwollkleid, 1830. Die Farbstoffe wurden offensichtlich aus Krappwurzel (das leuchtende "Türkischrot") und Indigo hergestellt. Bei näherer Betrachtung (weitere Fotos und eine ausführliche Beschreibung sind auf der V&A-Website verfügbar) sind zahlreiche Druckfehler zu erkennen, darunter eine schlechte Farbregistrierung.
Geblümtes Baumwollkleid, 1830. Die Farbstoffe wurden offensichtlich aus Krappwurzel (das leuchtende "Türkischrot") und Indigo hergestellt. Bei näherer Betrachtung (weitere Fotos und eine ausführliche Beschreibung sind auf der V&A-Website verfügbar) sind zahlreiche Druckfehler zu erkennen, darunter eine schlechte Farbregistrierung. © Victoria und Albert Museum, London.

Unsere Biedermeier Stoffe

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